Edition Gisbert

Gisbertrotwein

Der Sohn einer Winzerfamilie macht sich einen Namen als Singer-Songwriter. Was liegt da näher, als ein familieninternes Co-Branding zwischen dem trink- und dem hörbaren Produkt? O-Ton: "Kraftvoll, klar und gut strukturiert, dabei nicht schwer, eher heiter und anspruchsvoll, mit viel Tiefgang. Das ideale Pendant zu Gisberts neuer Platte." Den Pinot Noir 2008 Edition Gisbert und die neue Platte von Gisbert zu Knyphausen gibt es zusammen für 29 EUR (zuzügl. Versandkosten).

Für Etikettentrinker

Es soll ja Menschen geben, die Wein nur nach dem Etikett kaufen. Gemeint ist hierbei üblicherweise, dass diese Käufer sich für nichts interessieren, wo nicht Rothschild, Mouton, Lafite oder ähnliches drauf steht. Leider kommen diese Menschen in meiner Vorstellung selten in die Situation, ihre Kostbarkeiten genießen zu können. Denn der Möchtegern-Geschäftspartner, bei dem der Weinflaschenbesitzer angeben möchte, lässt sich einfach nicht auf eine private Einladung ein, bei der dann die prestigeträchtigen Flaschen auf den Tisch kommen könnten.

Ich bekenne mich hier zu einer anderen Art von Etikettenkäufer- - oder sagen wir -trinkertum. Wenn mich ein Etikett anspricht, will ich wissen, wie der Wein dahinter ist.

Der Schellmann "An der Südbahn" 2006 (Achtung: Die große Abbildung zeigt den 2005er) ist so ein Opfer, das - vom Weingut selbstverständlich völlig unkalkuliert - wegen seines äußeren Erscheinungsbildes auf meinem Tisch gelandet ist. Namensgebend für das Produkt ist die Eisenbahnlinie, die durch das Anbaugebiet, die österreichische Thermenregion, verläuft. Der Inhalt: eine Cuvée aus Zweigelt, St. Laurent und Spätburgunder. Verantwortlich dafür: kein geringerer als Fred Loimer.

Lüftet man den Schraubverschluss, kommt ein durchaus vielschichtiger, konzentrierter Wein mit allerlei Aromen von roten Früchten bis zu Gewürzen ins Glas. Mir scheint allerdings, man darf sich gerne noch ein bis zwei Jahre am Äußeren erfreuen, bevor man sich den inneren Werten nähert.