Es soll ja Menschen geben, die Wein nur nach dem Etikett kaufen. Gemeint ist hierbei üblicherweise, dass diese Käufer sich für nichts interessieren, wo nicht Rothschild, Mouton, Lafite oder ähnliches drauf steht. Leider kommen diese Menschen in meiner Vorstellung selten in die Situation, ihre Kostbarkeiten genießen zu können. Denn der Möchtegern-Geschäftspartner, bei dem der Weinflaschenbesitzer angeben möchte, lässt sich einfach nicht auf eine private Einladung ein, bei der dann die prestigeträchtigen Flaschen auf den Tisch kommen könnten.
Eine unerwartete Würdigung wurde gerade dem Regaleali Bianco aus dem Haue Tasca D'Almerita zuteil. Der Erzeuger hat die Händler in einem Schreiben informiert, dass Fälschungen dieses 7-Euro-Weins aufgetaucht sind. Bei dem Verkaufspreis wundert es nicht, dass die Fälscher sich nicht mehr Mühe gegeben haben.
Natürlich muss es nicht gleich Iberien sein, wenn man die Welt des Weins entdecken will. Die deutsche Weinlandschaft ist ja auch schon groß und kompliziert genug. Und detailiert kartographiert. Für alle, die schon immer mal wissen wollten, wo eigentlich das Forster Ungeheuer lebt, gibt es beim VDP (nicht ganz einfach zu finden) Lagenkarten vieler deutscher Weinanbaugebiete. Bis auf die der Mosel. Die ist wahrscheinlich gerade in Überarbeitung, wegen des Hochmoselübergangs. :/
Das ideale Geschenk für Spanien- und Portugal-Fans? Wie jede Landkarte, reizt diese Karte dazu, neue Welten zu entdecken. In diesem Fall nicht unbedingt territorial, sondern vielleicht eher geschmacklich. Wer beim Schenken auch noch eine Flasche spanischen oder portugiesischen Wein sowie Stecknadeln zum Markieren auf der Karte beilegt, dem dürfte ewige Dankbarkeit sicher sein.
Im Handzettel, auf der Website und auf Großflächenplakaten von REWE lächelt uns momentan Jürgen von der Mark entgegen, einer von aktuell drei Deutschen, die den Titel "Master of Wine" tragen dürfen. Von der Mark hat für REWE einen Wein produziert, einen Pinot Noir. Grundlage dafür ist laut Etikett und Website das Lesegut verschiedener Weinbauern von Kaiserstuhl und Ortenau. Ein Badenser also, wie auch das traditionsbewusste Etikett mit dem Label "Weinland Baden" vermitteln will.